„Ver­si­che­run­gen decken Pan­de­mi­en im Nor­mal­fall nicht ab“, heißt es in einer Mit­tei­lung des Gesamt­ver­bands der deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft. Das gilt für still­ste­hen­de Indus­trie­pro­duk­ti­on eben­so wie für abge­sag­te Groß­ver­an­stal­tun­gen. Dies ist der Haupt­grund, war­um nun der Staat als Hel­fer für in Not gera­te­ne Fir­men ein­springt.

Beson­ders hart getrof­fen sind der­zeit Hotels, Gast­stät­ten, Kinos eben­so wie klei­ne Unter­neh­men und Selbst­stän­di­ge, die als Dienst­leis­ter für gro­ße Bran­chen arbei­ten — bei­spiels­wei­se Per­so­nal­trai­ner oder Pro­jekt­ma­na­ger. Zur­zeit feh­len die Gäs­te und Auf­trä­ge — und gegen bei­des gibt es kei­ne Ver­si­che­rung.

Poli­cen grei­fen nur bei Sach­scha­den

Sowohl Fabri­ken als auch Groß­ver­an­stal­tun­gen sind zwar grund­sätz­lich ver­si­chert — aber nicht, wenn ein Virus den Still­stand oder die Absa­ge einer Ver­an­stal­tung ver­ur­sacht. „Still­ste­hen­de Fabri­ken und ande­re Betriebs- und Lie­fer­ket­ten­un­ter­bre­chun­gen auf­grund des Covid-19-Aus­bruchs wer­den über klas­si­sche Sach­ver­si­che­rungs­po­li­cen nicht gedeckt, da kein Sach­scha­den als Aus­lö­ser vor­liegt“, heißt es bei AGCS, dem Indus­trie­ver­si­che­rer der Alli­anz.

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Bei aus­fal­len­den Ver­an­stal­tun­gen sind laut AGCS in vie­len Poli­cen Absa­gen wegen über­trag­ba­rer Krank­hei­ten, Seu­chen oder Epi­de­mi­en sogar expli­zit aus­ge­schlos­sen. Das Unter­neh­men nimmt wie ande­re Ver­si­che­rer auch nicht Stel­lung zu ein­zel­nen Ver­trä­gen mit der eige­nen Kund­schaft, son­dern nur zur bran­chen­üb­li­chen Ver­trags­ge­stal­tung.

Exper­ten sahen Pan­de­mi­en zuletzt als gerin­ge Gefahr für Fir­men  

Die AGCS ver­öf­fent­licht all­jähr­lich ein Risi­ko­ba­ro­me­ter, in dem Fach­leu­te in meh­re­ren Dut­zend Län­dern nach ihrer Ein­schät­zung zu den größ­ten Gefah­ren für Unter­neh­men befragt wer­den. Pan­de­mi­en ran­gier­ten in der letz­ten Aus­ga­be nur auf Platz 17.

Der Ver­si­che­rungs­kon­zern Talanx wie­der­um hält trotz der Coro­na­vi­rus-Kri­se an sei­nem Gewinn­ziel für 2020 fest. Der ange­peil­te Über­schuss von 900 bis 950 Mil­lio­nen Euro ste­he unter dem Vor­be­halt, dass die Groß­schä­den im Rah­men der Erwar­tun­gen blie­ben und „an den Wäh­rungs- und Kapi­tal­märk­ten nicht noch grö­ße­re Ver­wer­fun­gen auf­tre­ten als momen­tan durch das Coro­na­vi­rus“, teil­te das Unter­neh­men mit Mar­ken wie HDI und Neue Leben am Mon­tag bei der Bilanz­vor­la­ge in Han­no­ver mit. Ana­lys­ten gin­gen im Schnitt zuletzt sogar von gut einer Mil­li­ar­de Euro aus.

Talanx zahlt sogar mehr Divi­den­de als letz­tes Jahr

Die Aktio­nä­re sol­len dank des Gewinn­sprungs im abge­lau­fe­nen Jahr nun eine Divi­den­de von 1,50 Euro erhal­ten, fünf Cent mehr als im Vor­jahr. Ana­lys­ten hat­ten jedoch mit noch etwas mehr gerech­net. Wie bereits bekannt, stei­ger­te der im SDax gelis­te­te Ver­si­che­rer sei­nen Gewinn 2019 auch dank eines Rekord­ge­winns sei­ner Mehr­heits­be­tei­li­gung Han­no­ver Rück um 31 Pro­zent auf 923 Mil­lio­nen Euro und erreich­te damit den höchs­ten Wert der Unter­neh­mens­ge­schich­te.

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