Sie haf­ten erst­mal für alles und immer: Gegen Unfäl­le, Feu­er und Chao­ten: Bau­her­ren brau­chen unbe­dingt die­se Ver­si­che­run­gen

Jede Bau­stel­le ist eine außer­ge­wöhn­li­che Gefah­ren­quel­le. Ver­ant­wort­lich für die Sicher­heit auf und vor dem Grund­stück ist immer der Bau­herr. Er muss das Risi­ko auf der Bau­stel­le begren­zen und Maß­nah­men ergrei­fen, die ande­re Per­so­nen schüt­zen.

Doch ganz gleich, wie sehr Sie sich bemü­hen: Es bleibt ins­be­son­de­re auf einer Bau­stel­le immer ein Rest­ri­si­ko bestehen. Pan­nen kön­nen hier schnell teu­er wer­den. Im Ernst­fall steht sogar die Exis­tenz des Bau­herrn auf dem Spiel – oder zumin­dest das Bau­pro­jekt. Das wis­sen auch die Ver­si­che­rer: Sie haben des­halb spe­zi­el­le Ange­bo­te für Bau­her­ren ent­wi­ckelt. Die wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen im Über­blick:

Haft­pflicht­ver­si­che­rung: Bau­herr haf­tet erst­mal immer

Wird ein Fuß­gän­ger von her­ab­fal­len­den Bau­tei­len ver­letzt oder stürzt ein Kind in einen nicht abge­deck­ten Kel­ler­schacht, kann das nicht nur für die Opfer ernst­haf­te Fol­gen haben. Denn ab dem ers­ten Spa­ten­stich haf­tet der Bau­herr für alle Schä­den, die von sei­ner Bau­stel­le aus­ge­hen. Das gilt also auch, wenn Dach­zie­gel auf ein par­ken­des Auto fal­len oder ein Fuß­gän­ger über Bau­ma­te­ri­al auf dem Bür­ger­steig stol­pert.

Kon­kret heißt das: In sol­chen Fäl­len wird zunächst immer der Bau­herr zur Rechen­schaft gezo­gen, auch wenn er nicht die Haupt­schuld an dem Unfall trägt. Scha­den­er­satz­an­sprü­che kön­nen hier schnell in die Hun­dert­tau­sen­de gehen, die gesam­te Bau­fi­nan­zie­rung ist gefähr­det. In die­sen Fäl­len greift die Bau­her­ren-Haft­pflicht­ver­si­che­rung.

Ach­tung: Damit der Bau­herr nicht in finan­zi­el­le Bedräng­nis kommt, muss die Deckungs­sum­me hoch genug sein: „Min­des­tens drei, bes­ser fünf Mil­lio­nen Euro“, emp­fiehlt Rechts­ex­per­te Chris­toph von Klit­zing von der Bau­spar­kas­se Schwä­bisch Hall. Die Ver­si­che­rung gilt dem­nach ab Bau­be­ginn bis zur Abnah­me und in der Regel für zwei Jah­re.

Gegen Ran­da­lie­rer und Die­be: Bau­leis­tungs­ver­si­che­rung        

Chao­ten zer­schla­gen ein Fens­ter, Die­be demon­tie­ren frisch instal­lier­te Arma­tu­ren: Sol­che unvor­her­seh­ba­ren Schä­den deckt eine Bau­leis­tungs­ver­si­che­rung ab. „Auch Schä­den durch höhe­re Gewalt, Kon­struk­ti­ons- oder Mate­ri­al­feh­ler, Fahr­läs­sig­keit sowie unbe­kann­te Eigen­schaf­ten des Bau­grunds sind ein­ge­schlos­sen“, erklärt von Klit­zing.

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Woh­nun­gen, Häu­ser und Gewer­be­ob­jek­te

Ach­tung: Feu­er­schä­den sind mit der Bau­leis­tungs­ver­si­che­rung nicht abge­deckt, die­se müs­sen sepa­rat ver­si­chert wer­den (sie­he Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung).

Bei Eis und star­kem Regen: Ele­men­tar­scha­den-Ver­si­che­rung

Die Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung hilft, falls Stark­re­gen den Bau unter Was­ser setzt oder einen Erd­rutsch aus­löst. Sie greift auch bei Hoch­was­ser, Hagel, Sturm und Schä­den durch Schnee­druck sowie Erd­be­ben. „Extrem­wet­ter haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bun­des­weit vie­le Schä­den an Immo­bi­li­en ver­ur­sacht“, warnt Klit­zing. „Bau­her­ren soll­ten sich gegen die­se zuneh­men­de Gefahr absi­chern.“

Ach­tung: Feu­er­schä­den sind mit der Ele­men­tar­scha­den-Ver­si­che­rung nicht abge­deckt, die­se müs­sen sepa­rat ver­si­chert wer­den (sie­he Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung).

Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung und Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung

Schä­den durch Lei­tungs­was­ser oder Feu­er erfor­dern meist eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Je nach Ver­trag decken die­se Poli­cen die Kos­ten für Sanie­rung oder Wie­der­auf­bau ab. „Hier ver­si­chern Bau­her­ren aus­schließ­lich das Gebäu­de, nicht aber den Inhalt“, betont von Klit­zing. „Zudem müs­sen Neben­ge­bäu­de und Gara­gen expli­zit mit­ver­si­chert wer­den.“

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Vor Feu­er­schä­den im Roh­bau durch Brand, Blitz­schlag oder Explo­si­on sind Bau­her­ren oft durch die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung geschützt. Sind sie nicht mit­ver­si­chert, schützt zusätz­lich eine Feu­er­roh­bau­ver­si­che­rung.

Für Freun­de: Bau­hel­fer-Unfall­ver­si­che­rung             

Wer Freun­de und Fami­lie aus­hel­fen lässt, soll­te eine Bau­hel­fer-Unfall­ver­si­che­rung abschlie­ßen. Das geht über die Berufs­ge­nos­sen­schaft der Bau­wirt­schaft. „Der Bau­herr muss die pri­va­ten Hel­fer inner­halb einer Woche anmel­den und die Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zah­len“, erklärt von Klit­zing. Die Bei­trä­ge errech­nen sich aus den Arbeits­stun­den und einem fik­ti­ven Ent­gelt, das je nach Bun­des­land vari­iert. Für 100 Hel­fer­stun­den liegt der Bei­trag zur Bau­hel­fer-Unfall­ver­si­che­rung aktu­ell bei rund 145 bis 160 Euro.

Haben Bau­be­ra­ter und Hand­wer­ker eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung?

Bei Bau­be­ra­tern und Hand­wer­kern soll­ten Bau­her­ren vor­ab prü­fen, ob bereits eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung vor­liegt, die mög­li­che Schä­den abdeckt. Bei Män­geln, die Immo­bi­li­en­be­sit­zer erst spä­ter ent­de­cken, sind Bau­un­ter­neh­mer oder die ver­ant­wort­li­chen Hand­wer­ker in der Pflicht, inner­halb der Gewähr­leis­tungs­frist nach­zu­bes­sern. Die­se beträgt in der Regel fünf Jah­re, bei Repa­ra­tu­ren und klei­ne­ren Umbau­ar­bei­ten zwei Jah­re und beginnt bei Abnah­me der Leis­tung. „Wer in der Bau­pha­se Män­gel bemerkt, soll­te die­se umge­hend schrift­lich bean­stan­den und doku­men­tie­ren. Das macht es Bau­her­ren leich­ter, ihre Ansprü­che durch­zu­set­zen“, so von Klit­zing.

Sicher durch die Finan­zie­rung

Bau­her­ren soll­ten nicht nur den Bau, son­dern auch die Bau­fi­nan­zie­rung vor unvor­her­ge­se­he­nen Ereig­nis­sen schüt­zen. Damit Kre­dit­neh­mer zah­lungs­fä­hig blei­ben, kön­nen sie ihre Finan­zie­rungs­ra­te etwa für den Fall von Arbeits­un­fä­hig­keit, Arbeits­lo­sig­keit, Kurz­ar­beit oder Schei­dung absi­chern.

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Im Todes­fall schützt eine Rest­schuld- oder Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung die Hin­ter­blie­be­nen vor dem Ver­lust des Eigen­heims. „Um nicht zu gering oder dop­pelt abge­si­chert zu sein, soll­ten sich Bau­her­ren vor dem Haus­bau bedarfs­ge­recht bera­ten las­sen“, sagt der Exper­te. Vie­le Ver­si­che­rer bie­ten die wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen ohne­hin im Paket an.

Eine Fra­ge der Lage: War­um Sie genau abwä­gen soll­ten, bevor Sie neu bau­en

pom

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#Immo­bi­li­en #bau­en #Aachen